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Interior Fotograf Kasia Gatkowska

Jeden Monat geht Kasia Gatkowska mit ihrer gesamten Ausrüstung mit dem Ziel auf Reisen, ein Begehrlichkeiten erweckendes Haus oder Appartement eines Architekten, Designers oder anderen berühmten Bewohners für Magazine, wie „Elle Décor“ (Italien) oder „Residence of Vogue Living“ (Australien), zu fotografieren. Sie weiß vorher nie, in welcher und wessen Wunderwelt sie sich diesmal wiederfinden wird. „Ich liebe das Unbekannte, die Veränderung, das löst bei mir immer eine prickelnde Spannung aus.“

Du kamst als Polin in die Niederlande…

„Der Liebe wegen! Das war Ende der 1980er Jahre, ich war damals einundzwanzig Jahre alt. Ich stand mit meiner Tasche vor der Haustür: „Natürlich werde ich bei dir wohnen, in einem Jahr Niederländisch lernen und hier in Amsterdam mein Studium der arabischen Sprache und Literatur durchziehen!“

Was weckte deine Liebe zum Innendesign?

„Nach meinem Studium arbeitete ich als Übersetzerin und gab Sprachkurse, aber das gefiel mir überhaupt nicht. Zufällig landete ich bei Artemis, wo ich Stef Bakker traf, mit dem ich danach im Innenstyling tätig war. Als Stylistin kam ich in Berührung mit der Innenfotografie. Ich hatte schwer gearbeitet, doch vom Ergebnis wurden dann nur irgendwelche wertlosen Fotos geknipst! Ich hatte dazu eine vollkommen andere Meinung und wollte das selbst in die Hand nehmen. Dieser Gedanke beschäftigte mich einige Jahre, aber ich traute mich nicht so richtig. Ich hatte sehr gute Kunden und hatte technisch keine Ahnung.“

Und?

„Schließlich kam ich am Tag vor 9/11 mit einer guten Freundin in New York an. Als erstes wollten wir die Twin Towers oder das Empire State Building besuchen. Und am folgenden Morgen geschah es. Wir saßen eine Woche lang eingeschlossen in Manhattan fest. Was sollen wir aus unserem Leben machen? There’s no time to waste! Also beschloss ich: Ich werde das mit der Fotografie einfach machen! Ich bin dann vollständig in die Materie eingetaucht. Es war damals noch die Zeit der analogen Fotografie. Ich kaufte mir eine Hasselblad und habe mit dieser losgelegt.“

Inzwischen wohnst du mit deinem Mann, der als Koch arbeitet, und deinem zehnjährigen Sohn in der angesagten Amsterdamse Pijp, arbeitest aber in der ganzen Welt. Wie schaffst du das?

„Zum Glück hat mein Mann ebenfalls einen flexiblen Terminkalender, und außerdem habe ich sehr liebe Eltern, die zum Babysitten sogar aus Warschau anreisen. Somit läuft alles super gut. Ich werde von einem Magazin rund einmal im Monat zu einen Auslandsjob geschickt: Du hast dann und dort mit dem einen Termin, mach’ was daraus. Seit Kurzem bin ich auch für die amerikanische „Vogue“ im Einsatz. Für die arbeite ich dann mit einem ganzen Team, dem auch der Art Director und ein Journalist angehören. Alles superprofessionell! Alle Auftraggeber lassen mir aber sehr viele Freiheiten. Ich werde jedes Mal ins kalte Wasser geworfen und dazu herausgefordert, aus jedem neuen Job wieder das Beste herauszuholen.“

Triffst du häufig auch interessante Bewohner?

„Ich habe gerade für die Vogue das Appartement von Fabrizio Viti in Paris fotografiert. Es ist Schuhdesigner bei Louis Vuitton und startet nun seine eigene Marke. Zum Glück war die Wohnung diesmal nicht so groß, denn manchmal denke ich so bei mir: Bin ich die einzige, die so klein wohnt? Fabrizio zeigte fröhlich aus dem Fenster: Da wohnte Yves Saint Laurent, und dort wohnt Mick Jagger. Er war mit Donna Summer befreundet, und in seinem Appartement hängen viele signierte Fotos. Ich freue mich immer über eine Innengestaltung, die viel Persönlichkeit ausstrahlt und viele Stile vereint. Nicht trendy, nicht von einem Stylist entworfen, sondern eine Wohnungseinrichtung, in der sich die ganze Geschichte einer Person widerspiegelt.

Ich mache eine sehr persönliche Arbeit. Man betritt immer das Haus einer Person, mit allen ihren persönlichen Sachen, das hat etwas sehr Intimes. Häufig muss ich auch ein Porträt schießen. Dann verbringt man einen ganzen Tag zusammen und versucht, sich anzufreunden. Letztens hatte ich ein Shooting mit dem italienischen Architekten und Künstler Vincenzo de Cotiis. Alle hatten mich gewarnt, dass diese Aufgabe sehr schwierig werden könnte, und so stand ich leicht zitternd vor seiner Haustür. Aber er erwies sich als ein unglaublich sympathischer Mensch. Er erkannte, dass ich mich extrem anstrengte, alles perfekt zu fotografieren, und als wir uns trennten, überschüttete er mich zum Abschied voller Dankbarkeit mit Luftküssen. Mein Einsatz wurde sehr geschätzt. Diese Menschen haben ihre Ziele häufig ebenfalls nur durch eigene große Anstrengungen erreicht und geschaffen.“

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