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Interviews

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Lassen Sie sich inspirieren von Marjan Sax

Die feministische Aktivistin und Politologin Marjan Sax ist Beraterin im Wohltätigkeitssektor und engagiert sich als ehrenamtliche Mitarbeitern für u. a. We Are Here – eine Gruppe nicht erfasster Flüchtlinge, die auf ihre Situation aufmerksam machen möchte. 1983 hat sie mit vier anderen Mama Cash gegründet. Diese Stiftung setzt sich weltweit für die finanzielle Unterstützung von Frauenprojekten ein.

Die Kampagnenarbeit liegt Marjan im Blut. Früher war sie auch Mitglied der radikal-feministischen Frauenorganisation Dolle Mina. Es ist dem hartnäckigen Einsatz von Marjan zu verdanken, dass der Studiengang Frauenforschung (Gender Studies) eingerichtet wurde. Gemeinsam mit anderen Frauen hat sie für Aufmerksamkeit für Frauenforschung an der Universiteit van Amsterdam gekämpft. Viele der Rechte und Errungenschaften für Frauen, die wir heutzutage als Selbstverständlichkeit betrachten, haben wir u. a. Marjan Sax zu verdanken. Unsere Freiheit verdanken wir diesen Denkerinnen und Kämpferinnen – Menschen, die sich getraut haben, Unrecht unermüdlich an die Öffentlichkeit zu bringen.

„Es gibt persönliche Freiheit und es gibt gesellschaftliche Freiheit“, erläutert Marjan. „Beide sind direkt miteinander verbunden.“ Persönliche Freiheit bedeutet, das eigene Leben individuell gestalten zu können. Gesellschaftliche Freiheit dreht sich um die Lebensumstände, die darüber entscheiden, ob ein Mensch persönlich frei sein kann. Ob eine Frau unabhängig sein kann oder darf und sie Selbstbestimmungsrecht über ihren eigenen Körper hat.

In den Niederlanden leben wir in einem freien Land. Freiheit ist jedoch nicht überall eine Selbstverständlichkeit. Ganz bestimmt nicht für Frauen, die sich – manchmal sogar per Gesetz – dem Mann unterordnen müssen, kein Selbstbestimmungsrecht oder Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben: ganz einfach, weil sie eine Frau sind. Eine üble Sache. Als feministische Aktivistin konzipierte Marjan darum mit vier anderen einen Plan für einen Frauenfonds. Sie setzte ihr eigenes Erbe ein, um anderen zu helfen. Der Fonds erhielt den Namen Stiftung Mama Cash. Diese Organisation bietet Frauen weltweit stabile finanzielle Unterstützung. „Ich bin von der Kraft des Geldes als Hilfsmittel für Veränderung überzeugt“, sagt Marjan. „Damit können Kampagnen geführt werden, Interessen vertreten und Experten engagiert werden. Geld ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Unterstützung.“

Ihr selbst hat es ebenfalls Freiheit gebracht und damit auch eine große Verantwortung. „Gehe mit Deinem Geld sorgfältig um – das war die Botschaft, die meine Eltern mir aufs Herz gedrückt haben. Ich habe mich dafür entschieden, mein Erbe für Mama Cash auf gesellschaftlich relevante Weise einzusetzen.“ Ihr Erbe hat ihr auf praktische Weise auch Autonomie verliehen: „Ich kann dadurch beispielsweise wohnen, wo ich möchte, studieren, was ich möchte und Beziehungen unterhalten, mit wem ich möchte. Tun können, was ich möchte – das ist Freiheit. Dabei gilt: Immer mit Respekt vor anderen. Das ist das allerwichtigste.“

Leider ist diese Freiheit noch immer nicht jedem Individuum gegönnt. Geld ist die Grundvoraussetzung zum Leben. Frauen verdienen oftmals nicht genug, um finanziell unabhängig zu sein und gänzlich nach ihren eigenen Wünschen zu leben. Menschen, die ihr Glück aus verschiedensten Gründen irgendwo anders suchen, wird diese Freiheit auch nicht immer gegönnt. Der Umgang der niederländischen Regierung mit dem Thema Migration ist ihr entsprechend auch ein Dorn im Auge. Marjan: „Migration ist normal. Es hat sie immer gegeben. Menschen haben sich immer auf den Weg gemacht und nach einem besseren Leben gesucht. Auf diese Weise sind meine Eltern auch hierher gekommen. Das gilt sowohl für das Kindermädchen, dass als Au pair in ein anderes Land geht als auch für die Menschen, die ihr Land verlassen, weil gesellschaftliche Freiheit dort keine Selbstverständlichkeit ist. Es ist dringend nötig, mit dem Thema Migration viel pragmatischer umzugehen. Die heutige Hysterie bringt uns absolut nicht weiter. Ich hoffe, dass wir zur Besinnung kommen und andere Wege einschlagen.“

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