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Interviews

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Lassen Sie sich inspirieren von Zina Abboud

Zina Abboud kommt aus Syrien. Sie war gerade mal neun Monate in den Niederlanden als sie 2016 ihr Cateringunternehmen Zina‘s Kitchen startete. Ihr Ziel: Den Niederländern auf positive Weise die syrische Kultur näherbringen. Die Liebe zu ihrem Heimatland steckt auch in ihren Gerichten, die Zina auf festlich gedeckten Tischen serviert.

Zina kommt aus Aleppo. 2015 flüchtete sie mit ihren drei Kindern in die Niederlande. Sie besaß nicht viel mehr als ihren Pass und ein paar Kleidungsstücke. In Syrien stand Zina voll im Leben: Neben ihrer Stelle als Marketingmanager engagierte sie sich ehrenamtlich für Menschen, die durch Bombardements obdachlos wurden. Sie kümmerte sich um eine neue Bleibe und Medikamente. Gerade diese Mitmenschlichkeit zwang sie zur Flucht. Ihr Engagement wurde vom Regime nicht geschätzt. „Mein Leben war dort nicht mehr sicher“, berichtet Zina.

Hier in den Niederlanden kam die Sicherheit zurück. Eine Erleichterung. Arbeitslos auf eine Aufenthaltsgenehmigung warten, wollte Zina jedoch auf keinen Fall. Kochen spielte ihr ganzes Leben lang eine wichtige Rolle. In Rücksprache mit dem Asylbewerberzentrum, in dem sie damals wohnte, kochte sie regelmäßig für andere Bewohner. Später backte sie auf Initiative der sozialen Amsterdamer Organisation Cascoland mit acht anderen Frauen aus verschiedenen Ländern. Kurz nachdem sie ihre Aufenthaltsgenehmigung bekam, ließ sie sich bei der IHK als Selbständige eintragen. „Ich hatte kein Geld. Mein Unternehmen startete mit einer Facebook-Seite. Als ich hier ankam, hatten Niederländer kaum eine Ahnung von der syrischen Kultur. Ganz zu schweigen davon, wo Syrien liegt. Es war mein Wunsch, ihnen meine Kultur auf positive Weise näherzubringen. Kochen ist mein Leben. Ich bin davon überzeugt, dass Liebe durch den Magen geht. Darum habe ich ein Cateringunternehmen mit Gerichten aus der syrischen Küche gegründet.“

Ihr erster Auftrag war zugleich ein fantastischer Auftakt. Durch Vermittlung ihrer Freundin, der Kochbuchautorin Merijn Tol, wurde Zina gebeten, für eine Veranstaltung des Prins Claus Fonds kochen. Zwei Tage vor der Veranstaltung. „Mach‘s einfach“, sagte Merijn Tol. „Ich regle alles.“ Tatsächlich: Alle arabischen Zutaten für ein syrisches Büfett mit acht Gerichten für 400 Gäste lagen bereit. Zum Glück hatte Zina durch ihre ehrenamtliche Arbeit Erfahrung mit dem Kochen für große Gruppen. Alles lief an dem Tag wie am Schnürchen. „Es klappte alles so gut, dass sich Prinzessin Beatrix danach persönlich bei mir bedankt hat. Seitdem koche ich häufiger fürs Königliche Haus. Und für große Veranstaltungen der Vrije Universiteit, der Hoge School van Amsterdam und TomTom. Mein Kundenkreis ist sehr groß.“

Meistens gilt: Es ist ungeheuer viel los oder ziemlich ruhig. In manchen Wochen hat Zina sieben Cateringaufträge, in ruhigen Zeit manchmal nur zwei. Woraus besteht ihre Magie? „Ich koche mit Liebe und den besten Zutaten. Ich serviere meinen Kunden das, was ich auch meinen Kindern zu essen gebe. Und jeder weiß, dass man für die eigenen Kinder nur das Allerbeste möchte.“ Diese Liebe zum Essen hat Zina auch in ihrem Kochbuch Meine syrische Küche (auf Niederländisch erhältlich bei bol.com) gebündelt. Darin werden nicht nur die Rezepte beschrieben, sondern auch die damit verbundenen Geschichten. Zum Beispiel über ihren Vater, einem Gewürzhändler, der Zina alles zeigte und kosten ließ. Und über Dolmas (gefüllte Weinblätter), die mit soviel Arbeit verbunden sind, dass Zina sie stets mit Freunden oder Familie zubereitet.

Einen solch fliegenden Start hätte Zina sich nicht träumen lassen. Es ist ihr gelungen, aus ihrem Unternehmen direkt einen Erfolg zu machen. Einer der Gründe: Es wird ihr die nötige Freiheit geboten. „Hier kann ich meiner Begeisterung freien Lauf lassen und sein, wer ich bin. In Syrien lebte ich immer in Angst, meine Kraft, mein Durchsetzungsvermögen und meinen Mut zu zeigen. In den Niederlanden ist das kein Problem. Darum habe ich auch mehr Selbstvertrauen. In meinem Heimatland gibt es für Frauen, die arbeiten möchten, wenig Auswahl: Ärztin, Lehrerin oder Büroangestellte. Hier bekam ich die Freiheit, mich für das zu entscheiden, was ich wirklich tun möchte: Kochen. Das gibt mir Zufriedenheit, und es macht mich glücklich. Besonders glücklich macht es mich, meine Kindern in Freiheit aufwachsen zu sehen. Sie können selbst ihre Freunde auswählen, selbst entscheiden, in welche Schule sie gehen und was sie später werden möchten. Ich bin sehr sehr froh, dass ich meinen Kindern das jetzt bieten kann.“

zinakitchen.com

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